Regenbogenwetter

Andreas Steinhöfel - "Die Mitte der Welt"

 
 
Dieses Mal ist ein Jugendroman an der Reihe und zwar handelt es sich hier um "Die Mitte der Welt", ein ausgezeichnetes Buch, in vieler Hinsicht, aber zu Beginn sei erst einmal die Auszeichnung durch einen Buchpreis genannt.
 
Das Buch handelt vom Leben des 17-jährigen Phil, der durch die gegebenen Umstände ein äußerst außergewöhnliches Leben führt, darin aber auch mit den typischen Jugendproblemen konfrontiert wird. So lernt er seine erste wahre Liebe kennen und die damit verbundenen Konsequenzen, lernt das Gewicht von Freundschaften kennen und auch die typische Sehnsucht nach Entfaltung.
 
Das klingt natürlich nicht sonderlich innovativ und neu, ist man das ja schon von zig Jugendromanen gewöhnt, die ja alle auf Teufel-Komm-Raus, dieselbe Thematik für sich beanspruchen müssen.
Langsam sollte man also alles kennen.
Wieso also "Die Mitte der Welt" lesen?
 
Ganz frech habe ich hier natürlich die Herangehensweise des Autors an diese Thematik unterschlagen.
Andreas Steinhöfel hakt die Themen nicht einfach ab oder hält sich zu lange an den allgemeinen Dingen auf, sondern sucht die Faszination im Detail, in ganz alltäglichen Gegenständen etwa, denen oft eine eigene Geschichte gewidmet ist.
Viele Erlebnisse aus der Vergangenheit hängen etwa an Phils Puppe "Paleiko", die ihm in der Vergangenheit schon so manchen Rat gab.
Klingt magisch?
Ist es auf seine Weise auch.
Durch die vielen Erzählungen aus der Kinderzeit Phils bekommt die Welt dank die Perspektive des kleinen Jungen eine neue magische Seite, so werden eigene Interpretationen der Welt um ihn herum geschildert, Situationen, die man selbst kennt, sei es aus den Nachrichten oder aus Erzählungen, vielleicht sogar selbst erlebt hat.
Schicksale, oft tragisch, hier jedoch mit Feingefühl und auch Witz behandelt, sodass man selbst in den traurigsten Erzählungen noch etwas positives sehen kann.
 
Letztendlich ist "Die Mitte der Welt" keinesfalls in die Sparte von Teenie-Geschichten aus dem Alltag einzuordnen, sondern sollte in seiner Besonderheit geschätzt werden.
Ein wirklich magisches und auch poetisches Buch, wunderbar geschrieben und in höchstem Maße ansprechend (auch für Erwachsene).

4 Kommentare 25.7.08 12:44, kommentieren

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Tim Winton -

 


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Auch ich schließe mich einmal der Welle an Bücherrezensionen auf den hiesigen Blogs an, dabei trifft es "Welle" eigentlich ganz gut, denn um diese Wasserberge geht es in dem Buch, dem ich mich vor kurzem einmal genähert habe und keinesfalls enttäuscht wurde.

 

In der Geschichte geht es um einen alleine lebenden Vater, der seine Geschichte erzählt, eine Geschichte über die Freundschaft, die aufgrund eines Hobbies geprägt und letztendlich zerstört wird.

 

Der junge Bruce lernt in seinem heimatlichen Fischerdorf an der Küste Australiens den abenteuerlustigen Loonie kennen und lässt sich auf dessen Welt ein. Eine Welt voller gefährlicher Mutproben, voller Abeneteuer.

Dabei lernen die Jungen auch das Surfen kennen und mit diesem Sport den erfahrenen Wellenreiter Sando und dessen verbittert-wirkende Frau Eva. Durch ihn finden die Jungen den Zutritt in eine Welt, die ihnen bis dahin völlig fremd war und die sie bald zu verschlingen droht.

 

Das Buch selbst hat natürlich das gefährliche Surfen als Thema und baut auch die komplette Geschichte darum auf, doch wer erwartet nun eine detaillierte  Beschreibung des Sports erzählt zu bekommen befindet sich bereits auf dem Holzweg.

Zwar werden die Abenteuer der Jungen auf dem Meer sehr lebhaft und spannend erzählt, stellen jedoch nicht die Quintessenz des Ganzen dar, gerade später vertieft die Geschichte die Beziehungen und Hintergründe der Charaktere, zeigt den Verfall der Beziehung zwischen Bruce und Loonie schonungslos ohne jedoch die Faszination dessen außen vor zu lassen, was Bruce letztendlich den Boden unter den Füßen nahm.

Interessant dabei die Beschreibungen des Autors, der sich viel Zeit nimmt die Landschaft Australiens zu zeichnen ohne zugleich den Charakteren den Platz zu nehmen, den sie letztendlich brauchen, um zu zeigen, wohin Sucht  führen kann, wenn es keine Grenzen gibt, die sie halten kann.

 

Tim Winton hat mit "Atem" eine lebhafte, aber auch tragische Erzählung einer Jugend verfasst, die gut verständlich auch die anspruchvollen Leser zufrieden stellen sollte. 

Ein Tipp, nicht nur für Freunde des Wassersports!

1 Kommentar 20.7.08 23:49, kommentieren

Von irgendwoher kamen dann die Geräusche durch das Fenster, legten sich über den ganzen Raum und wiesen den Menschen darauf hin, dass er nun alleine war.

Sein Blick noch auf etwas Licht geklammert, etwas Musik im Ohr, dennoch eine Stille, irgendetwas war verstummt, irgendetwas sang nicht mehr, irgendetwas wurde letztlich von der Stille genommen, erstickt.

Letztendlich realisierte er wohl gar nicht mehr, was mit ihm geschah, erkannte vielleicht zu spät, was es war, vielleicht lag es auch schon vor ihm, doch er konnte es, so filigran es doch war, nur nicht greifen, nicht mit den zitternden Händen, die er besaß.

1 Kommentar 6.7.08 00:20, kommentieren

Der Sprücheklopfer

Ich denke man kennt das:

Die Aussage einer Person scheint einen förmlich dazu zu fordern eine schlagfertige Antwort zu geben, doch dann fällt einem einfach nichts ein, was man denn so schlagfertiges von sich geben könnte.

Eigentlich ja schade, aber bei manch einem Spruch sollte man dann vielleicht auch besser schweigen.

 

Meine Leserschaft soll das aber nicht, denn ich habe da etwas kleines zum Ausfüllen im Gepäck und zwar geht's um eure...Schlagfertigkeit!

Also zeigt mal wie ihr auf folgende Dinge antworten würdet, möglichst schlagfertig und frech sollte es natürlich sein!

 

1)

- "Die Sonne scheint nur für mich, für Leute wie dich gibt's schließlich den Schatten!"

2.)

- "Hast du deinen Führerschein im Lotto gewonnen?/Hast du deinen Verstand zuhause gelassen?"

3.)

- "Mir rennen alle Männer/Frauen hinterher, dir aber niemand!"

4.)

- "Was stehst du eigentlich ständig an der Straße herum, wartest etwa auf einen Drogendealer?"

5.)

- "Schaffst du es etwa nicht die Aufgabe dort zu lösen? Ist doch total easy."

12 Kommentare 18.6.08 14:05, kommentieren

Kunst

Der Mensch sitzt da, stumm, still, leise, denkend.

Er runzelt die Stirn, lässt etwas Zeit verstreichen, tut es wieder und fragt sich abermals, wo denn die Kunst ist.

Er sieht sich in seinem Zimmer um, sieht die vielen Objekte mit all ihren markanten Eigenschaften, die vielen Formen der verschiedensten Objekte und denkt.

 

Kunst ist doch überall, warum würden die großen Fotografen der Welt denn sonst den Schritt wagen und anzufangen Szenen aus dem Alltag abzulichten, um darin Dinge zu entdecken, die vorher schon längst da waren?

 

Vielleicht erfindet der Mensch seine Umwelt nur neu, gibt ihr neue Werte, die dann im Alltag wieder unter den ganzen Lasten verschwinden?

 

Der Mensch in seinem Haus wundert sich aber nicht, sondern freut sich nur stumm, still und leise über das Gegebene, dessen er sich immer bewusst war, als er daraus seinen Nutzen zog.

5 Kommentare 27.5.08 16:03, kommentieren

Trennungen - Der Seefahrer

Meine Hand fuhr über das glatte Holz der Reling des Schiffes, berührte jede Feinheit, jede Art von Gravur, die dem Schiff über all die Jahre gegeben wurde und genoss es wieder da zu sein.

All die Jahre hatte die See gerufen, all die Jahre lag ich in meinem Bett und widerstand dem Drang des Meeres, tief im Inneren des Landes suchte ich die Unabhängigkeit, doch konnte ein Mann des Meeres so sein?

Er konnte es nicht.

Ich hatte das zu spät eingesehen und musste nun bitter begreifen, wie spät es nun war, wie viele Gravuren ich doch selbst trug und wie viele mich davon schwächten und nur eine erinnerte mich immerzu an mein wahres Zuhause.

 

Der Ozean hinterließ seine Spuren.

Hatte man ihm einmal seinen Willen aufgezwängt, mit dem harten Rumpf des Schiffes mit Gewalt gegen ihn angekämpft und damit sogar gesiegt, musste man sich ihm dennoch unterwerfen, er forderte seinen Tribut und machte sich jeden Seefahrer untertan.

Die Gischt des Meeres berührt letztendlich jedes Glied und mit jedem Glied wurde man mehr und mehr zum Mann des Meeres.

Das lässt sich nicht einfach durch eine Trennung hinfort spülen.

 

Nun stand ich hier...nicht alleine, zusammen mit meinem Schiff im Hafen, würde gerne...würde mich gerne vom Duft des Meeres leiten, würde mich gerne gleiten lassen, sowie es das Schiff im Dienste des Windes tat.

Doch die Winde, die meine Seele leiteten waren verstummt und ich endete hier, endete als ein letzter Seefahrer, der seine Hoffnungen mit einem letzten Griff an die Reling an sein Schiff anvertraute und dann niedersank, unbemerkt, unbetrauert, denn selbst die lautesten Wellen, die sich gegen das Holz des Schiffes warfen waren nur Dinge im unendlichen Kreislauf der Leben, die sich alle erhoben und letztlich wieder fallen ließen.

 


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4 Kommentare 23.5.08 00:48, kommentieren

Schlichtes mit Herrn Dylan

Dies findet man auf meiner ersten Wallpaperkreation mit Meister Dylan als Thema:

 

 

Kommentare sind erwünscht und falls sich jemand dafür interessierem sollte, darf er ihn gerne benutzen.

5 Kommentare 18.5.08 23:41, kommentieren